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Der zweite Apostel Roms, der hl. Philip Neri ist wohl der bekannteste Heilige, den die Kirche heute feiert.  Im Namenstags- und Heiligenkalender stehen am heutigen 26. Mai auch die Namen Mariana de Parades y Flores, Desiderius und Regintrud.

Philip Romolo de Neri war Sohn eines Rechtsanwaltes, wurde aber schon früh Waise. Arm und mittellos ging er 1533 nach Rom. Er studierte Theologie und Philosophie und kümmerte sich um Arme und Kranke. Noch während des Studiums verkaufte er alle seine Bücher außer der Bibel, gab den Erlös den Armen und widmete sich der religiösen Unterweisung des Volkes auf der Straße. Im Mittelpunkt seiner Frömmigkeit standen das Pfingstwunder und die Marienverehrung.  Mit der Zeit wurden ihm immer öfter mystische Gnadenbeweise zuteil. Im Jahr 1548 gründete Filippo gemeinsam mit seinem Beichtvater die "Bruderschaft der Heiligsten Dreieinigkeit", eine Gesellschaft von Laien zur Betreuung von bedürftigen Rompilgern, Kranken und Armen. Ein paar Jahre später gründete er seine Weltpriester-Kongregation der "Oratorianer", die 1575 vom Papst bestätigt wurde.  Im selben Jahr begann Philip Neri mit dem Bau der wuchtigen Kirche S. Maria in Vallicella, auch "Chiesa Nuova" genannt. Phillip Neri starb am 26. Mai 1595 in Rom. Zu seiner Beisetzung kam eine unübersehbare Menschenmenge. Phillip gilt als "der zweite Apostel Roms".  Er ist der Patron der Spezialeinheiten der US-Armee und der Komiker.

Die heilige Mariana de Parades y Flores stammte aus Quito in Ecuador. Eigentlich wollte sie Missionarin werden und nach Japan gehen, sie trat aber bei den Franziskaner-Terziarinnen ein, widmete sich Werken der Nächstenliebe, führte ein strenges Bußleben und lebte wie eine Einsiedlerin. Wegen ihres selbstlosen Einsatzes wurde sie bekannt als die "Lilie von Quito". Als im Jahr 1645 in Quito die Pest wütete, ein Vulkanausbruch bevorstand und ein Erdbeben erwartet wurde, betete sie, Gott möge sie bestrafen, aber das Volk verschonen. Tatsächlich nahm die Pestepidemie ein Ende und die Naturgewalten hielten still. Mariana aber erkrankte und starb bald darauf am 26. Mai 1645 im Alter von nur 27 Jahren. 

Desiderius war ein sehr gut gebildeter Mann und wurde um 595 Erzbischof von Vienne. Unter der Bedrängnis von Königin Brunhilde musste er sein Bistum verlassen, konnte aber nach vier Jahren zurückkehren. Als er erneut ihre Laster tadelte, ließ sie ihn in der Nähe von Lyon um 606 ermorden.

Regintrud war vielleicht die Gemahlin des Bayernherzogs Theodo. Sie zählt zu den Mitbegründerinnen des Benediktinerinnenklosters Nonnberg bei Salzburg und war später Äbtissin des Klosters. Regintrud starb zu Beginn des 8. Jahrhunderts. Ihre Gebeine ruhen in einem Steinsarkophag in der Krypta des Klosters.  Stift Nonnberg ist das älteste christliche Frauenkloster der Welt und beherbergt eine bedeutende Sammlung mittelalterlicher Handschriften, gotischer Figuren und Malereien.