Bei Zahnschmerzen möchte nicht jeder sofort zu Tabletten und anderen Medikamenten greifen, und noch weniger gerne zum Zahnarzt gehen. Manchmal helfen auch Hausmittel. Wissenschaftlich nicht belegt ist hingegen die Wirksamkeit eines Gebets an die Patronin gegen Zahnschmerzen, die hl. Apollonia. Sie ist die bekannteste Heilige des heutigen Tages. Weiters findet sich heute im Heiligenkalender der Name Alto. Die Kirche verehrt heute auch die selige Anna Katharina Emmerick und den aus Osttirol stammenden Priester Edmund Pontiller.
Apollonia von Alexandria wurde der Legende nach um 245 bei einem Volksaufstand von der aufgehetzten Menge zusammen mit anderen Christen verschleppt. Bischof Dionysius berichtet, dass ihr die Zähne ausgeschlagen und die Kinnlade zertrümmert wurde. Man drohte ihr mit Verbrennung auf dem Scheiterhaufen und verlangte, dass sie dem Glauben abschwöre. Apollonia aber stürzte sich nach einem Bericht von Augustinus laut betend freiwillig in die Flammen und verbrannte. Apollonia ist die Patronin der Zahnärzte und wird bei Zahnweh angerufen. Ihr sind bei uns die Kirchen von Obersirmian und Missian geweiht.
Alto war im 8. Jahrhundert ein Einsiedler, der aus einer Familie des bajuwarischen Hochadels stammte. Nicht nur Zeit seines Lebens, sondern weit über seinen Tod hinaus wurde er geschätzt, sodass seine lebendige und fortwährende Verehrung zur Gründung des Klosters Altomünster führte. Im Kloster Altomünster lebten zunächst Benediktiner-Mönche, dann Benediktinerinnen und von 1497 bis zu seiner Schließung 2002 Nonnen des Birgittinnen-Ordens. Altos Reliquien kamen danach in die Pfarrkirche von Altomünster. Jedes Jahr am Fest des Heiligen legt der Priester allen Gläubigen die Hirnschale des hl. Alto auf.
Die selige Anna Katharina Emmerick stammte aus Westfalen. Sie trat 1802 gegen den Willen ihrer Eltern ins Augustinerkloster in Dülmen ein. Sie war eine große Beterin, sie hatte biblische Visionen und 1813 wurde ihre Stigmatisierung öffentlich. Anna Katharina starb nach langer, schwerer Krankheit am 9. Februar 1824 in Dülmen.
Edmund Pontiller wurde in Dölsach in Osttirol geboren. 1912 trat er in Volders bei Innsbruck in den Benediktinerorden ein und wurde 1916 zum Priester geweiht. Nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland, kam Pontiller nach Ungarn und wurde Hauskaplan bei der verwitweten Kronprinzessin von Österreich-Ungarn, Stefanie von Belgien. Im Oktober 1944 wurde er wegen Rundfunkverbrechen, Wehrkraftzersetzung und Feindbegünstigung vor dem Volksgerichtshof angeklagt, zum Tod verurteilt und in München-Stadelheim enthauptet.