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Die Kirche feiert heute die Heiligen Hieronimus Emiliani und Josefina Bakhita.

Hieronimus – auf Italienisch Geronimo - Emiliani stammte aus einer adeligen Familie in Venedig. Er genoss eine hervorragende Ausbildung und wurde Soldat und General. Schon in früher Jugend wandte er sich dem Wehrdienst zu. Als es in der Zeit der Machtkämpfe zwischen den Städten und Familen Italiens galt, das Kastell Quero bei Belluno zu verteidigen, geriet Hieronimus in Gefangenschaft. In seiner Verzweiflung wandte er sich an Maria und gelobte, dem wüsten Leben abzusagen, wenn er befreit würde. Tatsächlich lösten sich eines Nachts die Ketten, die Tür öffnete und Hieronimus kam unbemerkt frei. Fortan führte er ein Leben der Buße und Nächstenliebe, errichtete Waisenhäuser und pflegte Arme und Kranke. Obwohl er selbst Laie blieb, gründete er 1528 eine Genossenschaft von Regularklerikern, die in seinen Gründungen wirken sollte: den Somasker-Orden, der heute noch in Italien und in Mittel- und Südamerika wirkt . Hieronimus Emiliani starb am 8. Februar 1537. Er ist Patron von Treviso und Venedig, sowie der verlassenen Jugendlichen und Waisen.

Josefina Bakhita wurde 1870 in der Provinz Darfur im Sudan geboren. Als siebenjährige wurde sie von arabischen Sklavenjägern geraubt und so oft auf den Sklavenmärkten verkauft, bis sie ihren Namen vergessen hatte. Die Sklavenjäger riefen ironisch „Bakhitha – du hast Glück gehabt“. Dieser Name blieb ihr. Ihr letzter Besitzer war der italienische Konsul in Khartum, der sie eigentlich freilassen und zu ihrer Familie zurückschicken wollte, was aber wegen der fehlenden Erinnerungen und Traumatisierungen Bakhitas unmöglich war. So reiste Bakhita als Dienerin einer italienischen Familia nach Genua, später kam sie mit einer Tochter der Familie zu den Canossa-Schwestern in Venedig. Dort konnte sie als Schwarze erst in die Gemeinschaft eintreten, nachdem Kardinal Agostini sich eingeschaltet hatte.  1902 wechselte Josefina in den Konvent von Schio, wo sie bis zu ihrem Lebensende blieb und als „die kaffebraune Mutter“ bekannt und beliebt war. Nach langer Krankheit starb Josefina Bakhita am 8. Februar 1947.  1992 wurde sie selig- und im Jahr 2000 heiliggesprochen. Papst Johannes Paul II. ernannte sie zur Patronin des Sudan.