Die längste Sedisvakanz der Geschichte begann mit dem Tod von Papst Clemens IV. am 29. November 1269 und endete mit der Krönung von Papst Gregor X. am 27. März 1272. Die Papstwahl zog sich deshalb so lange hin, weil die Kardinäle in ein kaiserliches und ein französisches Lager gespalten waren und sich partout nicht auf einen Kandidaten einigen konnten. Obwohl man nach zwei Jahren den Papstpalast hermetisch abriegelte, das Dach herunterriss und die Kardinäle auf Wasser und Brot setzte, dauerte es noch mehrere Monate, bis man sich einigen konnte.
Gregor X. wurde als Tedaldo Visconti in Piacenza geboren. Er studierte in Paris und wurde zunächst Archidiakon in Lüttich. 1271, als er sich beim siebten Kreuzzug gerade in Palästina befand, wurde er von der Kardinalsversammlung in Viterbo als Kompromisskandidat zum Papst gewählt und am 27. März 1272 in Rom zunächst zum Priester geweiht und gleich darauf zum Papst gekrönt. Somit endete die längste Sedisvakanz in der Kirchengeschichte. Gregor erlies nach dieser Erfahrung neue Bestimmungen für das Konklave der Papstwahl. Beim zweiten Konzil von Lyon versuchte Gregor neue Begeisterung für die Befreiung des hl. Landes zu entfachen. Europas Herrscher schenkten ihm jedoch kein Gehör. So setzte sich Gregor zum Ziel, eine Einigung mit der Ostkirche zu erwirken. Dies gelang ihm allerdings nur teilweise und hatte auch keinen längeren Bestand. Papst Gregor X. starb am 10. Jänner 1276 in Arezzo, wo sich auch sein Grab befindet.
Wilhelm von Donjeon wurde 1150 geboren und wurde zunächst Kanoniker in Soissons und Paris. 1176 trat er bei den Zisterziensern ein, 1200 wurde er Erzbischof von Bourges. Er war mildtätig Armen und Kranken gegenüber und nachsichtig gegen Bußfertige. Doch er verteidigte auch mutig die Rechte der Kirche, als König Phillip II. August sie zu verletzen drohte. Wilhelm starb in Bourges am 10. Jänner 1209 während der Vorbereitung des Kreuzzuges gegen die Albigenser.
Paulus von Theben wurde um 228 in Oberägypten geboren. In der Verfolgung des Decius zog er sich in die Einsamkeit zurück. Da sein habgieriger Schwager ihn als Christ zu denunzieren drohte, floh Paulus ins Gebirge und lebte dort 90 Jahre lang als Einsiedler in einer Felsenhöhle. Kurz vor seinem Tod besuchte ihn der Mönchsvater Antonius. Paulus starb im Alter von 113 Jahren und wurde von Antonius bestattet.