Zum Hauptinhalt springen

Philippi war in der Zeit der Römer eine bedeutende Stadt: sie lag an der Via Egnatia, der Hauptverkehrsachse zwischen Rom und dem Nahen Osten. Hier zweigte auch die Via Militaris ab, die Istanbul mit Zagreb verband. In Philippi gründete der Apostel Paulus zusammen mit Silas um etwa 50 nach Christus die erste Christliche Gemeinde Europas, und die erste Christin die getauft wurde war Lydia. Die Kirche gedenkt auch der Seligen Burchard und Benno.

Lydia stammte aus Thyatira und lebte als Purpurhändlerin in Philippi im Norden Griechenlands. Als der Apostel Paulus einmal in der Stadt war, nahm sie ihn gastfreundlich auf. Ihre ganze Familie bekehrte sich zum Christentum und ließ sich am Bach vor den Toren der Stadt taufen. Somit ist dies die erste Taufe in Europa, von der auch im neuen Testament berichtet wird. Lydias Haus wurde zum Versammlungsort für die Christengemeinde von Philippi. Laut der Apostelgeschichte wurde Paulus in Philippi ins Gefängnis geworfen, aber schon am darauffolgenden Tag freigelassen. Er und Silas kehrten danach noch einmal bei Lydia ein, um sich zu verabschieden. Lydia starb gegen Ende des ersten Jahrhunderts. Die Ruinen von Philippi, wo es auch einige Reste einer Lydia geweihten Basilika gibt, gehören heute zum UNESCO Welterbe.

Der selige Burchard war der erste Propst der Prämonstratenserstiftes Rot an der Rot, das von Hemma von Wildenburg gegründet wurde. Unter seiner Leitung gelangte das Stift bald zu großer Blüte. 1138 besiedelten Burchard und seine Gefährten auf Bitten von Bischof Reginbert von Brixen die Neugründung Wilten bei Innsbruck. Burchard starb am 3. August 1140.

Die Kirche verehrt heute auch Benno von Einsiedeln. Er war Sohn eines Adeligen und wurde Domherr in Straßburg. Im Jahr 906 verzichtete er auf sein Amt und ließ sich als Einsiedler am Grab des hl. Meinrad "im finsteren Walde" nieder. König Heinrich I. berief den frommen Mann 927 zum Bischof von Metz. Doch wurde Benno kurz danach von Feinden des Königs überfallen, geblendet und vertrieben. Benno kehrte in seine Einsiedelei zurück und wurde mit seinem Gefährten Eberhard zum Gründer der Abtei Einsiedeln. Er starb am 3. August 940. Seine Reliquien ruhen in Einsiedeln.