Die hl. Katharina von Siena nahm sich kein Blatt vor den Mund, wenn es darum ging Missstände in der Kirche anzuprangern und für Reformen zu werben: „Im Garten der Kirche müssten die faulenden Pflanzen ausgerissen und durch frische, duftende, neue Pflanzen ersetzt werden" ist dabei wohl eine ihrer bekanntesten Aussagen. Heute feiert die Kirche die hl. Katharina von Siena, den hl. Hugo, sowie Dietrich von Thoreida.
Katharina von Siena ist - wie Teresa von Àvila - eine der beiden Kirchenlehrerinnen. Geboren wurde Katharina im Jahre 1324 in Siena. Sie war das 24. Kind eines wohlhabenden Pelzfärbers. Mit 6 Jahren hatte sie ihre erste Vision mitten auf einer Straße: sie sah Jesus, zusammen mit Petrus, Paulus und Johannes. Sie legte das Gelübde der Jungfräulichkeit ab und lebte fortan asketisch. Mit 18 Jahren verließ Katharina sie das Elternhaus und trat in das Kloster der Dominikanerinnen in der Stadt ein. Als 1374 die Pest ausbrach, kümmerte sich Katharina gemeinsam mit anderen Schwestern um die Opfer der verheerenden Epidemie. Obwohl sie noch jung war, wurde die hochintelligente Frau mit der Zeit als Ratgeberin von hochgestellten Persönlichkeiten, kirchlichen wie weltlichen, geschätzt und respektiert. Es war hauptsächlich das Verdienst der weithin bekannten Ordensfrau, dass der Papst aus Avignon nach Rom zurückkehrte. Am 29. April 1380 starb Katharina. Sie gilt in Italien als die größte Frau der Kirchengeschichte. Erhalten sind 381 ihrer Briefe als Zeugnisse mystischer Theologie. Als ihr literarisches Hauptwerk gilt das 1378 vollendete und knapp 100 Jahre später gedruckte Buch über die göttliche Vorsehung. Katharina von Siena ist Patronin von Italien, zweite Patronin von Rom und Schutzheilige der Sterbenden. Bei uns in Südtirol ist sie im Dominikanerinnenkloster in Algund dargestellt.
Hugo war ab 1049 als Nachfolger von Odilo Abt in Cluny. Hugo blieb während der 60 Jahre seiner Leitung des Klosters Förderer der Reformbewegung von Cluny, auch in England und vor allem in Deutschland. Er war einer der großen Abtfiguren des Mittelalters, er war Vertrauter des Papstes Gregor VII. und der deutschen Kaiser und war für sie auch diplomatisch tätig. Hugo erbaute die große, fünfschiffige Basilika von Cluny, wo er nach seinem Tod am 28. April 1109 auch bestattet wurde. Die Kirche wurde in der französischen Revolution zerstört, ebenso die Reliquien von Hugo.
Dietrich von Thoreida war Zisterziensermönch und Glaubensbote in Estland. Um 1205 wurde er Abt des neuen Klosters Dünamünde. Zusammen mit Bischof Albert von Riga gründete er den Schwertbrüder-Orden. 1211 wurde er zum Missionsbischof geweiht und nach Estland gesandt, wo er schnell Erfolge erzielte. 1219 wurde er von Heiden erschlagen.