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Es gibt kaum einen Beruf, eine Krankheit, eine Tätigkeit oder einen Gemütszustand, der nicht einen Patron oder eine Patronin hat: Autofahrer wenden sich an den hl. Christophorus, die Umweltschützer an den hl. Franziskus, von Zahnschmerzen geplagte rufen die hl. Appollonia, Nikolaus von Tolentino ist Patron der Vegetarier. Sogar Metzger, Diebe, Taxifahrer, Werbefachleute und Vampirjäger haben einen Patron. Nur wer im Internet unterwegs ist, ist derzeit noch völlig auf sich allein gestellt. Das könnte sich aber schon bald ändern: die italienische Gruppe Internet Observation Services hat den  hl. Isidor von Sevilla als den www-tauglichsten Schutzheiligen vorgeschlagen.

Isidor von Sevilla wurde um 560 geboren. Unterrichtet wurde er von seinem älteren Bruder Leander, danach wurde Isidor Kleriker in Sevilla und übernahm nach dem Tod seines Bruders um 600 die Leitung des Erzbistums. In den 35 Jahren seiner Amtszeit sorgte Isidor unermüdlich für das Wohl der spanischen Kirche. Er war einer der gebildetsten Männer seiner Zeit. Seine Schriften waren von großer kirchenpolitischer Bedeutung für die folgenden Jahrhunderte. Sein theologisches Hauptwerk „Drei Bücher der Aussagen“ gilt als erstes Handbuch christlicher Lehre und Ethik in der römischen Kirche. Von Isidor stammt auch der Ausdruck „Messe“ für einen Gottesdienst mit Eucharistiefier. Isidor ließ auch Schulen und Bibliotheken errichten, bemühte sich um eine bessere Ausbildung der Geistlichen und berief mehrere Synoden ein. Die langsame Versöhnung der ibero-romanischen Bevölkerung mit den westgotischen Eroberern in der gemeinsamen katholischen Religion war zu einem großen Teil sein Verdienst. Isidor von Sevilla starb am 4. April 633. Er ist der Nationalheilige Spaniens und wurde 1772 zum Kirchenlehrer ernannt.

Francisco und Jacinta Marto waren Geschwister. Zusammen mit ihrer Kusine  Lucia dos Santos wurde ihnen im Jahr  1917 beim Hüten der Schafe das Geheimnis Unserer lieben Frauen von Fátima offenbart. Vom 13. Mai bis zum 13. Oktober 1917 hatten die Kinder Marienerscheinungen an fast jedem 13. des Monats. Während Francisco die Erscheinung nur sah, konnte Jacinta sie auch hören, Lucia konnte mit der Erscheinung auch sprechen.   Im Dezember 1918 erkrankten Francisco und Jacinta an der spanischen Grippe. Während Jacinta sich wieder erholte, litt Francisco mehrere Monate lang, ehe er am Tag nach dem Empfang der Erstkommunion, am 4. April 1919 im Alter von 11 Jahren verstarb. Jacinta starb knapp ein Jahr später an einer Rippfellentzündung.  Ihre letzte Ruhestätte fanden sie 1951 in der Basilika Unserer Lieben Frau des Rosenkranzes in Fatima.  Francisco und Jacinta wurden am 100. Jahrestag der ersten Marienerscheinung, am 13. Mai 2017 durch Papst Franziskus heiliggesprochen.