Die Kirche gedenkt heute folgender Heiliger und Seliger: Boris, Rosa Venerini, Johannes von Beverley und Gisela.
Boris I. der Bulgare regierte von 853 bis 889. Nachdem er von byzantinischen Glaubensboten die Taufe empfing, nahm er den Namen Michael an und widmete sich der Missionierung seines Landes. Als er weder von Papst Nikolaus I. noch von dessen Nachfolger Hadrian II. zum Patriarchen ernannt wurde, wandte er sich wieder der Ostkirche zu und führte die slawische Liturgie der Slawenapostel Cyrillus und Methodius ein. Kurz vor seinem Tod gab er die herrschaft ab und wurde Mönch. Boris starb am 7. Mai 907.
Rosa Venerini gründete in Viterbo die erste öffentlich Schule für Mädchen, die Scuola pia und 1685 die Kongregation der Maestre Pie Venerini, auch Jesuitinnen genannt, zur Erziehung von Mädchen. Der Orden breitete sich rasch aus. Bei Rosas Tod am 7. Mai 1728 umfasste ihr Institut bereits 40 Einrichtungen. Rosa Venerini wurde am 15. Oktober 2006 durch Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen.
Johannes von Beverley war hoch gebildet und zog im 7. Jahrhundert zunächst als Prediger durch England. 687 wurde er Bischof von Hagulstad - dem heutigen Hexham. Schon zu Lebzeiten stand Johannes im Ruf der Heiligkeit und vollbrachte nach dem Zeugnis seines Biografen Beda mehrere Wunder. Nach seinem Tod nahm deren Zahl noch zu. Beda soll eine Reihe von Schriften verfasst haben, die heute aber nicht mehr erhalten sind. Seine Gebeine werden im Münster von Beverley aufbewahrt. Am Gedenktag an den Heiligen findet in beverley jährlich das St-John-of-Beverley-Festival statt.
Gisela war die Tochter von Herzog Heinrich II. von Bayern und die Gemahlin von König Stephan von Ungarn. Sie trug sehr viel zur Christianisierung und zum Anschluss Ungarns an die abendländische Kultur bei, errichtete Kirchen und Klöster. Groß war der Schmerz, als ihr einziger Sohn Emmerich durch einen Jagdunfall ums Leben kam, und als dann der Gemahl ganz unerwartet starb, war Gisela den schlimmsten Anfeindungen der heidnischen national-magyarischen Partei ausgesetzt. Die Königin wurde schwer misshandelt, gefangen genommen und eingekerkert. Erst durch den persönlichen Einsatz des deutschen Kaisers konnte sie befreit werden. Sie kehrte in ihre bayrische Heimat zurück und trat 1045 in Passau in das Kloster Niedernburg ein, wo sie bis zu ihrem Tod am 7. Mai 1060 lebte. Gisela wird zwar als Selige verehrt, ist aber nie offiziell seliggesprochen worden.